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Kredite, Euro, Mehrwertsteuer … Pleite

Mai 19th, 2010 · No Comments

Muss man wirklich ein Wirtschaftsexperte sein, um sich mit einem klein wenig Fantasie die Zukunft auszumalen?

Doch beginnen wir erst einmal von vorne … nein eigentlich nicht, denn der Anfang war ja eigentlich bereits in den 70er Jahren, in denen bereits eine erste Konjunktur-Krise durch die sozial-liberale Regierung “erfolgreich” bewältigt wurde. Es wurde der Begriff “Deficitspending” geprägt, der recht deutlich erklärt, dass nicht mehr nur das vorhandene, sondern auch das nicht vorhandene Geld ausgegeben wird.

Damit war der erste Schritt getan: Ganze Haushalte wurden mit Krediten finanziert und waren nicht mehr durch die eingenommenen Steuern und anderen Staatseinnahmen abgedeckt.

In den bis heute folgenden Jahren perfektionierten die jeweiligen Bundesregierungen das Leben “auf Pump” wobei die jährliche Neuverschuldung mal geringer und mal höher, meist jedoch höher als im Vorjahr ausfiel.

Wenn der Staat nur noch mit Krediten leben kann, dann ist es natürlich nur recht und billig, das Geld aus diesen Krediten – oder manchmal zumindest den “guten Namen” als Sicherheit – auch an Unternehmen zu geben. Der Vorteil ist, dass Unternehmen ab einem bestimmten Punkt keine Kredite mehr erhalten. Also verbürgt sich der Staat, denn wenn der es will, bekommen auch Pleite-Unternehmen noch Geld. Wenn die es dann nicht schaffen … was soll’s: auf diese paar Milliönchen kommt es nun wirklich nicht an. Es haben zwar alle gesagt, dass sich der Staat nicht einmischen soll und dass der Rettungsversuch eh keinen Sinn habe, aber falls es dann nun doch klappen sollte, wäre das eine sehr positive Schlagzeile und der “gute Name” würde noch besser.

Das lief Jahre und Jahrzehnte auch ganz gut so. Der Euro kam und damit auch ein neues Aussehen des Geldes. So konnten auch die letzten den großen Schuldenberg vergessen, denn nun schien er viel bunter und freundlicher – hat man doch nun alle Euro-Länder als Unterstützung bei der Bewältigung jeglicher Probleme und Krisen…

Und es ist ja klar: Je mehr Länder zum Euro-Raum hinzukommen, desto mehr Fläche kann den Schuldenberg aufnehmen und wir können auf der oberen Fläche dieses Tafelberges auf viel höherem Niveau neu beginnen.

Schade nur, wenn es Euro-Staaten gibt, die leider vergessen haben, genau zu spezifizieren, wie deren eigenen Berge aussehen – Berge, die so groß und kompakt sind, dass sie sich als schwarzes Loch manifestieren, das jeden verfügbaren Euro aufsaugen und dabei komischer Weise nicht kleiner werden.

Und plötzlich wird der zweite Schritt gemacht: Diese Schulden-Staaten bekommen immense Summen an Geld von den weniger verschuldeten Staaten. Diese Geldhilfen bestehen allerdings nicht aus verfügbarem Geld: Die Kredite an diese Staaten werden aus eigenen Krediten finanziert. Der kleine Haken dabei ist, dass man selbst den Kredit zurückzahlen muss, aber überhaupt nicht weiss, ob man den Kredit an das kleine Urlaubsland jemals zurückbezahlt bekommt.

Das ist so ähnlich wie die Finanzierung von Immobilien mit nicht abgesicherten Hypotheken … das kommt mir doch irgendwie bekannt vor … aber egal …

Kein Problem: Wenn die Staatsausgaben nicht den Steuern und Abgaben entsprechen, wird einfach angepasst. So, wie der normale Arbeitnehmer dann einfach sein Gehalt vervielfacht, wenn er sich noch mehr kaufen möchte, muss der Staat einfach mal die Steuern erhöhen. Kein Problem, denn es trifft ja nur die Bürger, die die Regierung ja auch noch selbst gewählt haben.

Riesen-Summen sollen durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer in die Kassen gespühlt werden, die dann das Defizit deutlich reduzieren können … können sie wirklich?

Naja, hoffentlich. Ich persönlich habe da allerdings die Befürchtung, dass diese Steuererhöhung eine andere Wirkung hat: Es wird weniger gekauft, also konsumiert werden, was zu einer reduzierten Produktion und weniger Bedarf an Arbeitskraft führt. Wir werden mehr Arbeitslose bekommen und mehr Arbeitslosengeld auszahlen – und wo wir gerade davon sprechen: Arbeitslose und Hartz-IV Empfänger müssen ja durch die erhöhten Lebenshaltungskosten auch einen höheren Geldbetrag bekommen, der um mindestens die besagten 6% erhöht werden muss.

Da sich das Verhältnis der Löhne und Gehälter gegenüber den Lebenshaltungskosten verändert, werden auch viel mehr Familien auf unterstützende Zahlungen des Sozialstaates angewiesen sein, als vor der Mehrwertsteuererhöhung.

… aber diese Mehrkosten können wir ja über andere Steuererhöhungen finanzieren … das ist überhaupt kein Problem.

Damit aber nicht genug: der steil fallende Euro wird, wenn dieser Fall nicht bald gestoppt werden kann, auch deutliche Auswirkungen haben: Deutschland als Exportland wird sehr gefragt sein, weil die Waren “billiger” werden (allerdings den Unternehmen auch nicht mehr die gleichen, sondern geringere Gewinne einbringen). Das blöde daran ist, dass Deutschland kaum eigene Rohstoffe hat und diese durch den Euro immer teuer aus dem Ausland importiert werden müssten. Dadurch schrumpfen die Gewinne, und wenn es keine Gewinne mehr bleiben, dann schrumpft die Anzahl der Unternehmen in Deutschland und damit auch wieder einmal die Zahl der verfügbaren Arbeitsplätze.

… einen Zwei-Fronten-Krieg hat noch keiner wirklich gewinnen können …

unter dem Strich sehen wir wirklich rosigen Zeiten entgegen …

Interessant daran ist aber, dass sich dieses Spiel im Großen und im Kleinen immer wiederholt: Keine Währungsunion, und das wird auch der Euro wohl nicht, hat bisher mehr als 15 Jahre überlebt. Die Unterschiede der Länder sind einfach zu groß und der Machthunger unüberwindbar. Die Fiskalpolitik kann nicht synchronisiert werden, weil jedes Land nur den eigenen Vorteil sieht und wir keine SEG (Sozialistische Europäische Gesellschaft) sind.

Das Märtyrertum, andere Länder so lange zu unterstützen bis man selbst am Boden liegt, mag zwar moralisch richtig sein, aber da allein die Entscheider am Boden liegen werden, sondern ganze Völker ist es absolut unvertretbar so zu handeln.

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    Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus …

    März 10th, 2010 · No Comments

    Vorwort

    Lange habe ich überlegt, ob ich über die aktuellen Geschehnisse aus den Kirchen schreibe, oder ob ich mich diesem Boom besser nicht anschließen sollte. Die Entscheidung war nicht einfach: Denkt man an die vielen Opfer, bei denen die schrecklichen Erinnerungen mit jedem Wort der vielen Berichte wieder und wieder aufsteigen und den mühsam errungenen Alltag wieder unmöglich machen, wäre es besser zu schweigen und den Dingen seinen Lauf zu lassen. Auf der anderen Seite wird seit rund 1800 Jahren geschwiegen – nicht nur in der Umwelt der Kirchen. Nein, auch in der Kirche selbst werden Straftaten totgeschwiegen, denn der Zusammenhalt ist wichtiger und keiner möchte den Ungläubigen einen Grund geben, sich möglicher Weise erfolgreich gegen die uralten Institutionen zu stellen.

    Auch, wenn die Straftaten, von denen derzeit berichtet wird, nach weltlichem Recht inzwischen überwiegend verjährt sind (wohl der einzige Grund, warum einige der Täter jetzt wenigens teilweise Stellung dazu nehmen), sollte das schamlose, menschenverachtende Treiben der Kirchen, die sich eigentlich für die Menschen handeln sollten, publik werden, damit die Täter wenigstens auf diese Weise durch die Verachtung aus der Öffentlichkeit eine – wenn auch bei weitem nicht angemessene – Strafe erhalten.

    Artikel

    Wovon sprechen wir im Augenblick eigentlich alle? Wir konzentrieren uns auf die Taten Einzelner an Einzelnen, die durch den Besuch von Vorschulen und Schulen nach dem deutschen Recht als “Schutzbefohlen” zu bezeichnen sind. Das klingt nüchtern und ein wenig reduzierend. Aber eben genau das ist es absolut nicht:

    Die Kirchenoberhäupter werden als “Vater” bezeichnet, die Gemeinde als “Kinder”. Das bedeutet, dass die Kirche (angeblich) nicht nur die Schulkinder, sondern die ganze Kirchengemeinde mit allen Kindern, aber auch allen Jugendlichen und Heranwachsenden als ihre Schutzbefohlenen empfinden muss. Natürlich zeigt sich bei den Schülern (zuletzt von den Regensburger Domspatzen detailliert bekannt geworden), dass Väter gegenüber ihren Kindern natürlich auch erziehungsberechtigt sind. Das Erziehungsmethoden dem Wandel der Zeit unterliegen, noch vor 50 Jahren ohnehin die körperliche Züchtigung üblich war und die Kirchen sich in ihrer immensen Ausbreitung langsamer einem Wandel anpassen, ist eigentlich die beste Rechtfertigung – zumindest für die Pastoren und Prister des “alten Schlages”. Selbstverständlich ist die Entwicklung der Gesellschaft mit all ihren neu errungenen Freiheiten – ob dies die sexuellen Freiheiten sind oder die des freien Willens und der Meinungsäußerung – aus den Augen der Kirchen die vollkommen falsche Richtung und als extrem verwerflich zu bewerten. Wenn jeder selbstständig denken darf, wer sucht dann noch die vergebende Hand der Kirche? Also sollte die Modernisierung der Kirche zusätzlich verlangsamt werden, damit die Gesellschaft ausreichend Zeit hat, ihren Fehler zu erkennen und zu den alten Werten zurückzukehren.

    Aber was sind denn diese alten Werte? Was für ein Verhalten wird denn von der Kirche “gepredigt” – und was geschieht, wenn man von der Norm abweicht (ein Fehler, der natürlich nur Nicht-Kirchenmitgliedern unterlaufen kann)?

    Nun, für diese alten Werte gibt es ein (Straf-)Gesetzbuch, in dem geschrieben steht, was man nicht machen darf und was die Strafen sein sollen. Und diese Gesetze stehen in Kirchengesetzen, anderen Kirchendokumenten und … und dem “Haupt-Gesetzbuch” – bzw. der Interpretation und Übersetzung dessen: Der Bibel, oder besser: dem alten Testament, das von der katholischen Kirche als unumstößlich bezeichnet wird:  »Das Alte Testament ist ein Teil der Heiligen Schrift, der nie aufgegeben werden kann. Seine Bücher sind von Gott inspiriert und behalten einen bleibenden Wert, denn der Alte Bund ist nie widerrufen worden.« (aktueller Katholischer Katechismus, 1993)

    Das klingt erst einmal unlogisch, denn Gott – immerhin der “Hauptdarsteller” im alten Testament – beschützt doch seine Schäflein. Schon Adam und Eva hat er ein Feigenblatt verpasst, damit keiner falsche Gelüste bekommt … Gott sorgt für alle und achtet darauf, dass alle(s) wächst und gedeiht … wie passt das denn mit dem Verhalten der Kirche in den vergangenen knapp 2000 Jahren zusammen?

    Wenn man sich die richtigen Stellen in der Bibel heraussucht, sie vom Recht des Satzes oder Absatzes trennt und mit der richtigen Betonung frei interpretiert sonntags von der Kanzel schreit, hört sich das nicht nach behüten, sondern nach gewaltsamer Verteidigung der Kirche an:

    Ehebruch -> Todesstrafe für Ehebrecher samt Ehebrecherin
    “bei verheirateter Frau liegen” -> Todesstrafe für beide
    Gehorsam ggü. Priestern oder Richtern verweigern -> Todesstrafe
    Zärtlichkeiten zwischen Jungfrau und anderem Mann als dem Verlobten -> Steinigung für beide bis zum Tode
    Nicht gehorsamer Sohn -> Steinigung des Vaters oder Sohnes zum Tode (ist nicht deutlich)
    Personen aus denen andere Geister sprechen -> Steinigung bis zum Tode
    Wird eine Priestertochter zur Dirne -> Tod durch Verbrennung
    Verfluchen von Vater/Mutter -> Todesstrafe
    Beischlaf während der Menstruation -> Beider werden aus ihrem Volk “ausgemerzt
    Homosexualität = Greueltat -> Todesstrafe für beide
    Sehen Geschwister gegenseitig ihre Geschlechtsorgane -> beider aus dem Volk “ausmerzen

    Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt, der sich bei Moses finden lässt. Nicht weniger drastisch waren die Vorschläge und Aussagen von Martin Luther – um beiden großen Kirchen hier eine gewisse Gleichbehandlung zukommen zu lassen sei erwähnt, dass er den Tod von Türken, Bauern, Huren, Andersgläubigen und die unbarmherzige Verfolgung der Juden forderte und auch gleich einen Plan dazu mitlieferte.

    Nun, und wer dieses Gedankengut nicht teilen wollte, dem kamen dann in der kirchlichen Ausbildung entsprechende Erziehungsmaßnahmen zu, die auf Dauer jeden dazu ermutigen, seine Meinung zu ändern.

    Im 20. Jahrhundert wurde es für die Kirchen immer schwieriger, diese Art von “Rechtsprechung” umzusetzen. Also blieb den “armen” Kirchen nichts anderes übrig, sich auf die Maßnahmen zu beschränken, die weniger “öffentlichkeitswirksam” waren als Inquisition oder Hexenverbrennung. Die strenge Erziehung innerhalb der eigenen Mauern – oder “verbundenen Unternehmen, die man sogar im schlimmsten Falle abstoßen kann, um sich von den Maßnahmen offiziell zu distanzieren – blieben die wenigen Möglichkeiten, die eigene Macht auszuüben. Die Mauern waren hoch und dick, die Kirche immer verschwiegener und die Maßnahmen so geschickt, dass die Opfer sich aus Scham nicht trauten, ihr Erlebtes außerhalb dieser Mauern publik zu machen. Gerade Kindern ist es leicht zu erklären, dass sie selbst die Schuld an den Mißhandlungen tragen, was es noch schwerer macht, die Opfer zu finden.

    Hinzu kommt, dass die Kirche selbst so blind und ihrer Lehre hörig ist, dass die Herren und Damen vermutlich ernsthaft glauben, dass sie mit all dem nur versuchen, jeden Schaden von der Kirche fern zu halten – erst mit den körperlichen Strafen für angebliches Fehlverhalten, später mit dem Schweigen, um weltliche Strafen und negative Presse zu vermeiden.

    Hier im aufgeklärten Europa ist es nicht leicht, Informationen von Opfern zu bekommen und diese dann strafrechtlich gegen Mitglieder der Kirche oder gegen diese Institution selbst zu nutzen.
    Aber denken wir doch mal weiter und schauen in den übrigen Einflussbereich der Kirche: Was geschieht eigentlich in den ärmeren Ländern im Süden Amerikas oder in Arfika, in denen denen sich Kirche der “armen Kinder an nimmt” – wieviele Kinder “nehmen” sie sich denn dort? In diesen Ländern ist der gesellschaftliche Unterschied zwischen Pastoren/Priestern und den zum Teil Hunger leidenden Bevölkerung so groß und der Wunsch der Eltern nach einem gesicherten Überleben ihrer Kinder so groß, dass die Kirche alle Macht in sich vereinen kann. Dort wird mich absoluter Sicherheit kein Kind – auch nicht im Erwachsenenalter – auch nur irgend ein negatives Wort über die Kirche verlieren.

    Die einzige Forderung aus humanitärer Sicht kann nur sein, hier in Deutschland alle Fälle von Mißhandlung (welcher Art auch immer) aufzuklären, und danach in alle Welt zu gehen und mit Hilfe von Menschenrechtskommissionen die Aktivitäten der Kirche in jedem Land dieser Erde genauestens zu untersuchen.

    So lange die Kirche hohe Mauern hat und die Öffentlichkeit mit kleinen Opferlämmern abspeisen kann, hat die Menschlichkeit verloren – gegen eine Kirche, die eigentlich von Gott für die Menschen sein sollte, aber offensichtlich nur von machthungrigen Menschen gegen Menschen geführt wird.

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